STEREO LISA mit gebhard ullmann & olaf ton
die geschichte spielt in münchen. der ausflug der bürgermeister benachbarter kleinstädte in die landeshauptstadt endet in einem lokal im rotlichtviertel der bongo bar. im zuge der darauf folgenden turbulenzen stellen sie fest, dass einer von ihnen seine brieftasche in eben jenem etablissement vergessen hat. wie bekommen sie sie zurück? und vor allem: wie erklären sie es ihren frauen?
Ein Drama beginnt, eine provinzposse, ein stück bauerntheater. so real wie surreal und eben deshalb genau der richtige anlass für die berliner band stereo lisa, um aus diesem kleinod der fernsehgeschichte ein musikalisches werk zu zaubern, das so schräg ist, wie es eben sein muss. Es sind diese kleinen Geschichten, von der bongo bar, dem girlscamp oder der hochzeit im gurkenglas, die dieser ungewöhnlichen formation ihren unwiderstehlichen charme verleihen. gegründet im jahr 2001, zwei frauen und neun
instrumente. mitten drin das quintett olaf ton "originalität, spielwitz und technische perfektion sind die zutaten für eine fesselnde mischung, die von free-jazz bis hip-hop reicht. in ekstatischen höhenflügen zelebrieren die instrumentalisten ihre geradezu besessene spielfreude." (darmstädter echo o9.o3.´04) und gebhard ullmann, sicher einer der wichtigsten deutschen tenorsaxophonisten. doch vor allem sind es elf individualisten, denen von benjamin weidekamp jedem einzeln eine stimme auf den leib geschrieben wurde - ob nun dem berliner urgestein jürgen kupke an der klarinette oder den beiden engelsgleichen stimmen von ibadet ramadani und almut kühne - stereo lisa eben- hier ist niemand nur mitläufer oder gar "schmückendes beiwerk". und so bleibt jede erzählte geschichte bis in die kleinste rolle perfekt besetzt. man fragt sich nur wieso das in sat1´s echtem girlscamp nicht so war, aber dann gäbe es ja auch nicht so viel zu erzählen, und zu lachen schon gar nicht. es ist halt noch längst nicht aller tage abend.